Loxone und SMA-Wechselrichter Update 2026

Wie in Energiemonitoring mit Loxone und SMA erwähnt habe ich zum Abgreifen der Werte aus meinem SMA-Wechselrichter dessen HTTP-Schnittstelle und einen virtuellen Eingang am Miniserver verwendet. Am Morgen des 14. April 2026 saß ich bei schönstem Sonnenschein am Frühstückstisch und wollte in der Loxone App schauen, wieviel Energie die PV-Anlage schon liefert. Zu meinem Erstaunen stand dort „0 Watt“ – schon den ganzen Tag seit Sonnenaufgang. Zuerst dachte ich, die Anlage sei defekt und liefere deshalb keinen Strom. Aber ein Blick in die SMA-App verriet: Die Anlage lieferte Strom, nur die Anzeige in Loxone ging nicht mehr. Da ich unterdessen auch von Lesern mit demselben Problem gehört habe, gehe ich in diesem Beitrag auf die (vermutliche) Ursache und Lösungsmöglichkeiten ein.

Ursachenforschung

Die SMA-App zeigte wie gewohnt Werte an. Wenn ich mich mit einem Browser auf dem Wechselrichter eingeloggt habe, kam da eine Frage zur Einrichtung eines neuen „Produktschlüssels“. Das brachte mich darauf, dass der Wechselrichter ein Update durchgeführt hat – was sich im Ereignis-Log bestätigte:

In der Loxone Config habe ich dann in den HTTP Monitor geschaut. Dort kamen für die IP-Adresse des Wechselrichters keine Daten mehr, sondern nur noch SSL Write Error-Meldungen. Meine Vermutung ist, dass das Update des Wechselrichters die SSL-Bibliothek oder deren Konfiguration aktualisiert hat, so dass der Wechselrichter jetzt nur noch neue und sichere SSL/TLS-Ciphers spricht, und der Miniserver Gen. 1 damit nicht umgehen kann.

Lösungsmöglichkeiten

Ich begrüße es komplett, dass Hersteller Updates liefern, die die Sicherheit ihrer Produkte erhöhen und auch sichere Standardeinstellungen verwenden. Dass der Miniserver nicht mehr mit dem Wechselrichter kommunizieren kann, ist in meinen Augen ein Problem des Miniservers, nicht des Wechselrichters. Daher kann ich es sogar nachvollziehen, dass ich in den Einstellungen des Wechselrichters keine Möglichkeit finden konnte, HTTPS zu deaktivieren oder ältere Ciphersuites wieder zu erlauben. Trotzdem möchte ich natürlich gern weiterhin Daten in Loxone sehen ohne einen neuen Miniserver zu kaufen1, daher muss eine Lösung her.

Option 1 – HTTP Proxy

Da ich sowieso einen nginx HTTP-Server da hatte (von meinen Experimenten zu Loxone und Nuki Smart Lock Pro), habe ich dort schnell eine Proxy-Verbindung eingerichtet. Damit fragt der Miniserver über unverschlüsseltes HTTP die Daten vom Proxy ab, und dieser redet über HTTPS mit dem Wechselrichter. Da das alles (1) rein im lokalen Netz passiert, (2) ich nur die Abfrage zu der JSON-Datei für die Dashboard-Werte weiterleite und (3) dafür nicht mal ein Login erfolgt, erschien mir das absolut ok.

Das ist mit folgenden drei Zeilen in der nginx-Config getan (Die xxx müssen natürlich durch die IP-Adresse des Wechselrichters ersetzt werden):

location /dyn/getDashValues.json {
proxy_pass https://xxx.xxx.xxx.xxx:443;
}

Option 2 – Home Assistant

Wer nicht ohnehin schon meine Vorlage für den virtuellen Eingang am Miniserver verwendet und irgendwo einen nginx-Server betreibt, wird das berechtigterweise unnötig komplex finden. Hat man stattdessen z.B. bereits Home Assistant im Einsatz, kann man den Wechselrichter auch dort einbinden und die Daten an Loxone weiterreichen. Details dazu beschreibe ich z.B. im Beitrag Energiemonitoring mit Loxone – Wärmepumpe.

Option 3 – Doch Modbus?

Schließlich bietet SMA natürlich auch Datenabfrage via Modbus TCP an. Wäre ich mehr Elektrotechniker als Informatiker wäre das vermutlich meine erste Wahl gewesen. Aber da ich mich so nah an der Elektronik nicht gut auskenne und mein erster Versuch nicht erfolgreich war, habe ich das nicht in Betracht gezogen. Das funktioniert sicher für viele von euch ganz hervorragend. Wenn du eine dieser Personen bis, lass‘ gerne einen Kommentar da.

  1. Würde ich meinen Miniserver am Internet betreiben, würde ich allerdings ernsthaft darüber nachdenken. Meiner läuft tatsächlich komplett ohne Remote-Funktionen. ↩︎

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