DoorBird – Installation

Geht man von den Reaktionen auf den Instagram-Post meiner Frau, meinen Gesprächen mit den Kollegen und die verwunderten Blicke unserer Gäste aus, wenn in unserer Wohnung plötzlich Pferdewiehern erklingt, nur weil draußen jemand vor der Tür steht, weckt die Wahl unserer Türsprechanlage (und das, was wir daraus gemacht haben) einiges Interesse. Dies ist der erste Teil einer kleinen Reihe von Beiträgen dazu, in dem ich unsere Auswahlkriterien, den Einbau und die Ersteinrichtung beschreibe.

Vorbereitung

Nachdem wir uns im Bereich Smart-Home-Steuerung für Loxone entschieden hatten, galt es, eine passende Türsprechanlage zu finden. Die klassischen Geräte der namhaften Hersteller, die wir über unseren Elektriker hätten beziehen können, waren überraschend teuer und hätten sich vermutlich nur schwer integrieren lassen, und die Spezifikationen der Loxone Intercom wirkten auf mich nicht ganz zeitgemäß.

Es folgte eine umfangreiche Online-Recherche, um mir einen Überblick zu verschaffen, welche Geräte es auf dem Markt gibt, die relativ einfach mit Loxone integrierbar sind, und die (zusätzlich zum Klingelknopf und der Gegensprechfunktion) mindestens eine Kamera und möglichst einen NFC-Reader haben. Nach einigen Empfehlungen der Community, die mich nicht zu 100% überzeugt haben, ist mir dann die DoorBird D2101V aufgefallen, die mit zeitgemäßer Hardware, flexibel konfigurierbaren Schnittstellen, einem zusätzlichen Infrarot-Nachtlicht und Bewegungsmelder sowie einem sehr attraktiven Preis punktete.

Einbau und Verkabelung

Ein weiterer Pluspunkt für die DoorBird war die Möglichkeit der Stromversorgung per Power-over-Ethernet (PoE) – es war also nur ein einziges Ethernetkabel für Stromversorgung und sämtliche Funktionen des Geräts nötig. Unser Elektriker wollte das nicht ganz glauben und hat vorsichtshalber noch ein doppeltes verlegt. Zum Öffnen der Tür bietet die DoorBird zwei eingebaute Relais, an die man den Türöffner anschließen kann. Ursprünglich war der Plan also, auch das Kabel für den Türöffner nach außen zu legen. Aus Sicherheitserwägungen hat der Elektriker uns allerdings empfohlen, den Öffner hausintern anzusteuern.

Auch die DoorBird FAQ erwähnt diesen Aspekt:

Grundsätzlich kann jeder elektrische Türöffner, der per direkter Verdrahtung der stromführenden Leitung mit einer Türsprechanlage gekoppelt wird, manipuliert werden. Dies gilt für jede Türsprechanlage (physikalischer Grundsatz) und wird auch nahezu ausschließlich so in der Praxis weltweit installiert.

Bei besonderen Sicherheitsbedürfnissen empfehlen wir, den elektrischen Türöffner über einen Manipulationskontakt mit abgesetztem Sicherheitsrelais zu schützen.

Quelle: http://www.doorbird.com/de/faq#id-6

Also folgten wir dem Rat unseres Elektrikers und ließen das Kabel für den Türöffner in den Schaltschrank verlängern, wo er über ein Loxone-Relay mit einer 12V-Spannung versorgt wird. Dieses sollte man dann einfach per Loxone-App schalten können (mehr dazu in einem separaten Post). Noch unklar war für mich, wie dieses getriggert werden sollte, wenn man seinen NFC-Chip an die DoorBird hält. Hierzu bekam ich kompetente Antwort vom DoorBird Helpdesk:

Sie können mithilfe des Key Fobs verschiedene Aktionen wie z.B. Relais auslösen […], HTTP-Befehl auslösen oder einen SIP-Anruf durchführen.

Quelle: E-Mail vom DoorBird Helpdesk am 07. Januar 2019

Ein einzelnes Ethernet-Kabel reichte also tatsächlich aus, um alle gewünschten Funktionen zu nutzen. Da wir es mit einem Neubau zu tun hatten, haben wir uns für die Unterputzmontage entschieden. Das Unterputzgehäuse war im Lieferumfang enthalten. Der Einbau war aufgrund der äußeren Wärmedämmung mittels Holzweichfaserplatten etwas herausfordernd, aber eine Kombination aus ein paar zusätzlichen Löchern im Gehäuse, langen Schrauben, Dämmstoffdübeln und Montagekleber hat schließlich zum Erfolg geführt.

Netzwerk

Da wir einen PoE-fähigen Switch haben, war nicht einmal ein PoE-Injector nötig, sondern wir konnten die DoorBird direkt vom Patch Panel an den Switch verbinden. Da das Netzwerkkabel das Haus verlässt, sollte etwas zusätzliche Sicherheit gewährleistet sein. Hierzu hatte ich bereits lange im Vorfeld schon Informationen vom DoorBird Helpdesk bekommen:

Sie finden alle benötigten Ports und weitere Informationen hier: http://www.doorbird.com/downloads/ports.pdf

Quelle: E-Mail vom DoorBird Helpdesk am 14. Juni 2018

Also fix im UniFi Controller ein separates Subnetz eingerichtet und den Zugriff auf die absolut notwendigen Verbindungen beschränkt.

Ersteinrichtung und App

Zur ersten Einrichtung (und bis zur vollständigen Integration in unser Loxone-System) habe ich die DoorBird-App verwendet. Das ging dank Schnellstart-Anleitung in der Box schnell von der Hand, und ich konnte innerhalb weniger Minuten die Grundfunktionen nutzen, sowie per Push-Nachricht mitbekommen, wenn jemand draußen den Klingelknopf drückt.

Mittlerweile verwende ich die App nur noch, um Einstellungen vorzunehmen, z.B. die Empfindlichkeit des Bewegungsmelders, oder die Registrierung eines neuen NFC-Chips. Sämtliche anderen Funktionen sind mit unserem Loxone-System integriert – das ist allerdings ein Thema für einen separaten Beitrag.

7 Kommentare zu „DoorBird – Installation

  1. Wie hast du das Netzwerkkabel angeschlossen? Direkt auf das Verlegekabel einen gewinkelten Stecker? Es ist ja sehr wenig Platz im Gehäuse.

  2. Das war tatsächlich etwas schwierig. Ich habe einen kurzen, geraden Stecker direkt auf das Verlegekabel gecrimpt (obwohl das sicher nicht die professionellste Lösung ist). Aber für mich hat es so (knapp) gepasst.

    1. Würde es mit einem Keystone Modul auch funktionieren oder ist das zu groß? Stehe nämlich vor dem selben Problem. Was für einen Stecker hast Du genommen?

  3. Bezüglich Keystone habe ich keine Ahnung. Stecker habe ich die „Good Connections Netzwerkstecker CAT.6A RJ45“ zusammen mit der passenden Crimpzange.

  4. Hallo 🙂 auf welche Höhe ist die Linse bei euch angebracht? Welche Höhe würdest du als optimale Höhe empfehlen?

    1. Ich musste die Höhe nehmen, in der der Elektriker das Kabel nach draußen geführt hatte. So ist die Kamera ca 145cm hoch. Ist ziemlich viel Himmel auf dem Bild, und die Köpfe sind immer recht weit unten.

      1. D.h. wenn man es höher anbringt wären Knöpfe höher (und besser) dafür aber noch mehr Himmel und andersherum wenn niedriger angebracht: weniger Himmel aber Knöpfe noch weiter unten? Was wäre denn dann die beste Höhe? 🤔

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